Diverse Arbeiten, die in diesem Jahr publiziert worden sind, deuten darauf hin, dass ausreichende Vitamin D-Konzentrationen vermutlich das Risiko senken können, vor allem an Brust-, Lungen-, Prostata-, Harnblasenkrebs sowie Melanomen zu erkranken. Zudem können sie möglicherweise auch den Verlauf von Krebserkrankungen der Brust und Prostata sowie von Melanomen günstig beeinflussen. Dies gilt ebenfalls für onkologische Patienten, die palliativmedizinisch behandelt werden.

Laut einer US-amerikanischen Übersichtsarbeit waren 25(OH)D-Werte von mindestens 40 ng/ml (100 nmol/l) mit einer beträchtlichen Risikoreduktion aller invasiver Krebserkrankungen assoziiert (1).
Patienten mit höheren 25(OH)D-Leveln zum Zeitpunkt der Diagnose könnten sogar bessere Überlebenschancen haben. Die optimalen 25(OH)D-Werte, um Krebs zu verhindern und die Erkrankung zu überleben, scheinen zwischen 75-100 nmol/l zu liegen, so eine US-amerikanische Übersichtsarbeit (2).

Vitamin D und Ernährung

Über 80 Prozent der Menschen in Deutschland haben 25-OH-D-Serum-Werte von weniger als 30 ng/ml (75 nmol/l). Somit besteht ein deutlicher Mangel oder zumindest eine unzureichende Versorgung. Idealerweise sollten die Serumspiegel gemäß Ärztezeitung 40-60 ng/ml (100-150 nmol/l) betragen (3).
Schon bei der Verwendung von Sonnenmilch mit Lichtschutzfaktor 8 kann der Körper bis zu 97 Prozent weniger Vitamin D bilden. Zudem beeinträchtigen diverse Arzneimittel die Aufnahme oder Verstoffwechselung von Vitamin D, wie z. B. Johanniskraut, Säureblocker, Blutdruck- und Cholesterinsenker, Kortison und Krebstherapeutika (4).

In einer niederländischen Studie nahmen bei Brustkrebspatientinnen, die „nur“ Zytostatika erhielten, die Serum-Vitamin D-Level während der neoadjuvanten Chemotherapie ab. Diese sollten daher überwacht und im Falle eines Absinkens korrigiert werden, da es für die Knochengesundheit und möglicherweise auch für den Krankheitsverlauf von Vorteil sein könnte (5).
Die Behebung eines Vitamin D-Mangels könnte insbesondere für postmenopausale Mammakarzinom-Patientinnen von großem Nutzen sein, so eine iranische Studie (6).

Eine Meta-Analyse chinesischer Forscher aus 10 prospektiven Studien mit insgesamt 2.227 Lungenkrebsfällen hat ergeben, dass jede Erhöhung der Vitamin D-Konzentration um 10 nmol/l, das Risiko an einem Lungenkarzinom zu erkranken, um 5 Prozent senkte (7).

Unzureichende bzw. defizitäre Serum-Vitamin D-Level werden bei Männern mit lokalisiertem Prostatakrebs, die sich einer radikalen Prostataentfernung unterzogen haben, mit einem erhöhten Risiko für einen aggressiven und damit ungünstigen Verlauf verknüpft (8).
Ausreichende Serum-25(OH)D-Spiegel könnten eine wichtige Rolle spielen, um auch das Harnblasenkrebsrisiko zu senken. Serum-25(OH)D-Werte von mindestens 74 nmol/l waren mit einer um 60 Prozent geringeren Wahrscheinlichkeit für die Inzidenz von Blasenkrebs verbunden (9).

Frau umarmt Mann lächelnd

Entzündungen spielen eine Schlüsselrolle bei der Krebsgenese. Epidemiologische Studien weisen darauf hin, dass niedrige Serum-Vitamin D-Werte ein Risikofaktor für entzündliche Darmerkrankungen und Darmkrebs sind. Eine Supplementierung mit Vitamin D wird dagegen mit einer reduzierten Colitis-Aktivität und/oder mit einer Linderung der Symptome assoziiert (10).

Bei Melanom-Patienten gingen niedrigere Vitamin D-Level nicht nur mit höheren CRP-Werten sondern auch mit schlechteren Verläufen einher (11).

Viele Krebspatienten haben unzureichende Vitamin D-Werte. Die Einnahme von Vitamin D könnte bei palliativ therapierten Patienten das Wohlergehen verbessern, Schmerzen lindern und die Anfälligkeit für Infektionen reduzieren (12).

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Verfasserin:

Heike Lück-Knobloch
Heilpraktikerin / Medizinjournalistin
Am Pohlacker 19
40885 Ratingen

Literatur bei der Verfasserin