Die Strahlentherapie bildet eine der wichtigsten Maßnahmen zur Behandlung von Krebserkrankungen. Sie ist auch als Radiotherapie bekannt.

Gemeinsam mit der Chemotherapie sowie operativen Eingriffen stellt die Strahlentherapie (Radiotherapie) einen Eckpfeiler zur Bekämpfung von Krebs dar. Dabei kommen ionisierende Strahlen zur Anwendung, die sich zerstörend auf die Krebszellen auswirken.

Wirkungsweise der Strahlentherapie

Als Grundlage der Radiotherapie dienen ionisierende Strahlen von Teilchen, die eine schädliche Wirkung auf lebende Zellen ausüben. Bei einer hoch dosierten Strahlung wird das Erbmaterial der bestrahlten Zellen geschädigt. Dies gilt sowohl für Krebszellen als auch für gesunde Zellen. Die Krebszellen sind jedoch nicht in der Lage, die entstandenen Schäden wieder zu reparieren, was letztlich zu ihrem Absterben führt.

Nach der Energie, die in der Strahlenenergie vorkommt, unterteilen Mediziner sie in Weichstrahlung bis zu 100 kv und Hartstrahlung von mehr als 100 kv. Außerdem gibt es noch die Megavoltherapie von mehr als 1000 kv. Während Weich- und Hartstrahlung in erster Linie für oberflächliche Tumore geeignet sind, gelangt die Megavolttherapie bei Tumoren, die tief sitzen, zur Anwendung.

Kernspintomograph im Krankenhaus

Indikationen

Zur Behandlung von Krebserkrankungen lässt sich die Strahlentherapie in drei Einsatzgebiete unterteilen. So wird zwischen der heilenden (kurativen), der unterstützenden (adjuvanten) sowie der lindernden (palliativen) Radiotherapie unterschieden.

Heilende Strahlentherapie

Im Rahmen der kurativen Strahlentherapie werden die Krebszellen attackiert, um einen Rückgang des Tumors zu erzielen. Bei manchen Krebsformen reicht eine Radiotherapie sogar für eine Heilung aus. Außerdem gelten die Therapiechancen als ähnlich hoch wie bei einer Operation. Zu diesen Krebsarten gehören zum Beispiel Kehlkopfkrebs oder Prostatakrebs im frühen Stadium.

Unterstützende Strahlentherapie

Die adjuvante Strahlentherapie dient zur Unterstützung der Krebsbehandlung. In solchen Fällen wird der Tumor zuerst durch eine Operation entfernt. Für den Fall, dass im operierten Gebiet noch weitere nicht sichtbare Krebszellen vorhanden sind, gelangt die Strahlentherapie zum Einsatz, um die Zellen zu vernichten. Mit diesem Verfahren lässt sich der Entstehung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) vorbeugen.
Geeignet ist die adjuvante Strahlentherapie bei Leukämie, Lungenkrebs, Brustkrebs, Gehirntumoren, Knochenkrebs, Mundhöhlen- oder Rachenkrebs sowie im fortgeschrittenen Stadium von Prostata- und Kehlkopfkrebs.

Lindernde Strahlentherapie

Eine palliative Bestrahlung erfolgt, wenn das Heilen der Krebserkrankung nicht mehr möglich ist. Sie kann jedoch die Symptome wie zum Beispiel Knochenschmerzen, Schluckbeschwerden oder Atemnot abmildern. Gleiches gilt für Lymph- und Harnstau.

Ablauf

Für den Ablauf einer Strahlentherapie ist eine sorgfältige Planung nötig. Durch bildgebende Verfahren wie eine Computertomographie oder eine Magnetresonanztomographie lässt sich das Bestrahlungsfeld genau festlegen. Insgesamt nehmen die Bestrahlungen mehrere Wochen in Anspruch, während die einzelnen Sitzungen nur wenige Minuten dauern.

Mitunter erfolgt auch das Markieren der Bestrahlungspunkte.
Eine wichtige Rolle spielt zudem das Bestimmen der Bestrahlungsdauer sowie der Dosierung. So fallen diese je nach Tumortyp unterschiedlich aus. Außerdem soll das benachbarte gesunde Gewebe so wenig wie möglich in Mitleidenschaft gezogen werden.

Nebenwirkungen

Die Strahlentherapie kann mit verschiedenen Nebenwirkungen verbunden sein, die sich durch eine exakte Planung jedoch einschränken lassen. Welche unerwünschten Nebeneffekte auftreten, richtet sich danach, welche Körperbereiche bestrahlt werden und wie hoch die Strahlendosis ausfällt. Das Gleiche gilt für den Allgemeinzustand des Patienten.

Typische Nebenwirkungen der Radiotherapie sind Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schäden an den Schleimhäuten von Mund und Rachen sowie Haarausfall. In der Regel handelt es sich jedoch nur um vorübergehende Beschwerden.