Sport und Bewegung besitzen positive Einflüsse auf Körper und Seele. Klinische Studien haben in den letzten Jahren aber auch deren Bedeutung zur Vorbeugung sowie zur Bekämpfung bereits bestehender Krebserkrankungen untersucht. Ob und wie intensiv die Leibesertüchtigung gegen einen Tumor hilft, hängt aber entscheidend davon ab, wie wir uns bewegen.

Leichte Übungen genügen nicht

Eingangs muss jedoch leider mit einem alten Mythos aufgeräumt werden: Der bislang bestehende Glaube, schon regelmäßige Spaziergänge und sanfte Gymnastikprogramme könnten die Ausbreitung von Krebszellen im Körper verhindern, hat sich anhand der bisherigen Untersuchungen als falsch erwiesen.

Der Sport kann seine hilfreiche Wirkung vielmehr erst dann entfalten, wenn der Anwender möglichst oft eine Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining vornimmt. Aber auch intensive Bewegungsabläufe, die den Körper in seiner Gesamtheit ansprechen, sind zu bevorzugen. Das Fußballspiel mit den Freunden, das Schwimmen im See, das winterliche Skifahren sowie der tägliche Jogginglauf sind geeignet, um den Organismus zu stärken.

Die Funktion der Organe wird verbessert

Ein rein körperlicher Vorteil liegt in der Folge darin, dass der Körper so arbeiten kann, wie er arbeiten soll. Durch die regelmäßige Anstrengung bei gleichzeitig erhöhter Sauerstoffzufuhr können unterschiedliche Prozesse im Organismus optimal anlaufen und dauerhaft ideal funktionieren. Giftige – und nicht selten krebserregende – Stoffe werden deutlich schneller ausgeschieden, verbleiben also jeweils nur kurzfristig in den Organen.

Die Aufnahme lebenswichtiger Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe erfolgt hingegen effizienter. Daneben wird die Ausschüttung unterschiedlicher Hormone angeregt, die etwa bei der Selbstheilung des Körpers gegen Krankheiten helfen können und die die Abwehrkräfte gegen eindringende Viren in starkem Maße ausbilden.

Auch die Seele profitiert

Zudem liegt ein entscheidender Vorteil darin, dass die Psyche des Betroffenen verbessert wird. Auch daran sind unterschiedliche Hormone beteiligt, die uns mit Wohlbefinden, Motivation und Selbstvertrauen stärken – statt uns müde, geschwächt und unmotiviert zu lassen. Durch den Sport wird sogar das Gehirn direkt angesprochen.

Klinische Untersuchungen belegen, dass erst von dort aus der Impuls an die Organe gegeben werden kann, alle Funktionen optimal auszuführen. Die Arbeit des Gehirns sowie der gesamte mentale Zustand des Patienten nehmen für die Behandlung einer Krebserkrankung also eine höhere Bedeutung ein, als das bislang angenommen wurde. Aber in jedem gesunden Körper wohnt schließlich ein gesunder Geist.

Drei Jogger beim sprinten

Weniger Nebenwirkungen werden verzeichnet

Ein weiterer Vorteil intensiver Bewegungsabläufe hängt abermals mit der optimalen Funktionsfähigkeit der Organe zusammen: Patienten, die sich bereits einer Krebstherapie unterziehen, werden seltener von den dabei auftretenden Nebenwirkungen geplagt. Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindelgefühle und ähnliche Symptome lassen sich spürbar reduzieren, wenn das Immunsystem des Körpers zuvor durch den Sport gestärkt wurde.

Der positive Effekt erstreckt sich dabei sowohl auf die antihormonelle Behandlung als auch auf eine Chemotherapie. Der Betroffene wirkt trotz der Maßnahmen leistungsfähig und motiviert, sich neuen Herausforderungen zu stellen – eine wichtige Basis, um der Erkrankung mit aller Entschlossenheit zu begegnen.

Das Risiko einer Erkrankung sinkt

Die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen belegen, dass die Gefahr einer Krebserkrankung bei regelmäßigen und intensiven Bewegungsabläufen um rund 25 Prozent sinken kann. Sollte sich dennoch ein Tumor bilden und durch die Ärzte erfolgreich bekämpft werden, so fällt bei sportlich aktiven Patienten auch das Rückfallrisiko deutlich geringer aus als bei Menschen, die ihren Körper nur selten oder in zu geringem Umfang beanspruchen.

Zu einem Wandel ist es dabei übrigens nie zu spät: Wer bislang nur selten einmal Sport getrieben hat, kann selbst im mittleren oder sogar hohen Alter damit beginnen und somit die Vorbeugung oder Bekämpfung einer Krebserkrankung aktiv unterstützen.