Das Prostatakarzinom (PCa) entsteht als bösartiger Tumor im Drüsengewebe der Prostata (Vorsteherdrüse). In Deutschland liegt die Sterblichkeitsrate bei drei Prozent (Statistisches Bundesamt Deutschland: Eheschließungen, Geborene und Gestorbene 1946–2011). Damit zählt Prostatakrebs zu den häufigsten Krebsarten beim Mann mit etwa zehn Prozent der Todesfälle. Insgesamt liegt das Prostatakarzinom damit auf Platz drei tödlicher Krebsformen, unter denen Lungen- und Darmkrebs führen.

Prostatakrebs zeigt in seiner Frühphase keine Symptome, während später Störungen der Blasenentleerung und Knochenschmerzen auftreten. Auch sinkendes Gewicht und Blutarmut gehören zu typischen Anzeichen. Dann liegen oft schon Metastasen vor, meist in benachbarten Lymphknoten oder im Skelett als Knochenmetastasen.

Wesentliche Beschwerden folgen aus einem fortgeschrittenen Karzinom, das zur Behinderung des Harnabflusses führt. Später Beginn des Urinierens sowie dünner und unterbrochener Strahl zählen zu typischen Zeichen, sodass oft Restharn in der Blase verbleibt. Auch vermehrter oder nächtlich Harndrang und Schmerzen beim Urinieren deuten auf Prostatakrebs. Durch Druck geschädigte Nerven im Kreuzbeinbereich verhindern womöglich normale Erektionen. Blut im Ejakulat oder Urin hingegen findet sich eher selten.

Prostatakrebs beginnt meist bei älteren Männern, die erste Symptome oft nicht mehr erleben. Heilung gelingt vielleicht, solange nur die Prostata befallen ist. Meist treten Symptome erst in späteren Krankheitsstadien auf, weswegen Früherkennung entscheidend bleibt. In Deutschland beispielsweise können sich Männer ab 50 – bzw. ab 45 bei entsprechender Familiengeschichte – untersuchen lassen. Früherkennung meint in jedem Fall die Beobachtung des prostataspezifischen Antigens.

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Seit etwa dem Jahr 2000 gilt Beobachten eines eingetretenen Tumors als Empfehlung für Männer, die invasiven Behandlungen unentschlossen gegenüber stehen. Alternativ bieten sich Prostataentfernung, Bestrahlung und Hormonbehandlung an, etwas seltener auch Chemotherapie.

Zu den genauen Ursachen eines Prostatakarzinoms herrscht weiter Unklarheit. Sicherlich spielen genetische Randbedingungen eine wesentliche Rolle: Litten Vater oder Bruder unter Prostatakrebs, liegt ein doppelt höheres Risiko vor. Als weiterer Risikofaktor gilt die erhöhte Aktivität des testosteronbindenden Androgenrezeptors bei jungen Männern. Diese Aktivität wiederum beeinflusst genetische Abläufe, was die Karzinombildung begünstigt.

Darstellung von Prostata-Krebs

Weitere Faktoren zur Krankheitsentstehung liegen in Lebensgewohnheiten und speziell Ernährungsweisen. Insbesondere pflanzenreiche Kost mit bestimmten Stoffen beugt Prostatakrebs vor bzw. verzögert sein Fortschreiten. Rotes Fleisch hingegen erhöht das Erkrankungsrisiko um mindestens ein Drittel. Unspezifische krebserregende Stoffe tragen ebenfalls zum erhöhten Risiko des Prostatakarzinoms bei, etwa gewisse Kohlenwasserstoffe aus dem Grillen von Fleisch. Sterilisation wiederum scheint das Erkrankungsrisiko nicht zu erhöhen.

Gutartige Vergrößerungen der Prostata sowie deren chronische oder akute Entzündung allein gelten nicht als krebserregend. Unklar ist derzeit, ob erhöhte Konzentrationen des Hormons IGF-1 die Entstehung von Krebs fördern.

Schützende Wirkung scheint von Ejakulationen auszugehen, weil die Erzeugung von Samenflüssigkeit karzinogene Stoffe aus der Prostata schwemmt. Einer Hypothese nach regen Ejakulationen die Zellen der Prostata zum Ausreifen an, was sie weniger anfällig für krebserregende Stoffe macht. Auch hinreichende Sonneneinstrahlung behindert wohl die Entstehung eines Prostatakarzinoms, dem Cholecalciferol vorbeugt. Dieses Vitamin bildet sich in besonnter Haut, während sein Mangel das Erkrankungsrisiko erhöht.

Wie bei allen Karzinomen liegt auch beim Prostatakarzinom eine irreversible Änderung im Erbgut einer Zelle vor. Die nachfolgenden Krebszellen entstehen als Klone dieser ursprünglichen Zelle. Zudem ändert sich deren DNA weiter, weil Reparaturmechanismen für DNA-Schäden oder programmierter Zelltod in Krebszellen nicht hinreichend wirken. So entwickelt sich nach und nach eine Anhäufung von Zellen mit jeweils unterschiedlichem Erbgut. Dieser inhomogene Tumor kann sich über Jahre hinweg zunehmend bösartig zeigen, also lebensgefährdend.