Eine ganze Reihe von Tumorarten entstehen unbeeinflusst von äußeren Faktoren und spontan. Hierzu gehören vor allem Krebserkrankungen bei Kindern sowie Lymphome und Hirntumoren. Diesen kann auch nicht durch einen gesunden Lebensstil vorgebeugt werden. Daneben gibt es nicht wenige Tumorarten, bei welchen sich der Lebensstil auf das persönliche Krebsrisiko auswirken kann.

Aber auch hier ist es nicht möglich, das Risiko auf Null abzusenken, um Krebs hundertprozentig vorzubeugen. Möglich ist immer nur eine Erhöhung oder Reduzierung des jeweils persönlichen Krebsrisikos durch den eigenen Lebensstil.

Übergewicht, ungesunde Ernährung und mangelnde Bewegung

Während sich die Wissenschaftler noch bis vor Kurzem stärker auf einzelne, krebsauslösende oder das Krebsrisiko senkende Substanzen in Lebensmitteln konzentrierten, wird mittlerweile davon ausgegangen, dass gerade für häufig auftretende Krebsarten wie Brust- oder Darmkrebs vielmehr die Energiebilanz insgesamt entscheidend ist.

So beeinflusst Übergewicht ebenso wie die Zusammensetzung des täglichen Speiseplans das Krebsrisiko. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) geht davon aus, dass etwa 30 Prozent der Krebsfälle in den westlichen Industrieländern auf ungünstige Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten zurückgeführt werden können. Als gesichert gilt, dass

– Übergewicht das Risiko für Darmkrebs, Speiseröhrenkrebs, Brustkrebs, Gebärmutterkörperkrebs und Nierenzellkrebs erhöht,
– Bewegung und sportliche Aktivität das Risiko für Brustkrebs und Dickdarmkrebs dagegen senken,
– während Alkoholkonsum wiederum das Risiko für Mundhöhlenkrebs, Kehlkopfkrebs, Speiseröhrenkrebs, Leber- sowie Brustkrebs erhöht.

Zudem gilt als wahrscheinlich, dass

– Obst und Gemüse das Risiko für Mundhöhlenkrebs, Magenkrebs sowie Dickdarmkrebs senken,
– sportliche Aktivität vor den Wechseljahren auf Brustkrebs, Prostatakrebs, Lungenkrebs sowie Eierstockkrebs risikosenkend wirkt,
– während rotes Fleisch das Darmkrebsrisiko, salz- und rauchkonservierte Lebensmittel das Risiko für Magenkrebs und heiße Speisen und Getränke das Mundhöhlen- und Speiseröhrenkrebsrisiko erhöhen.

Rauchen erhöht nicht nur das Risiko für Lungenkrebs

Wer auf den Konsum von Tabak verzichtet, kann das eigene Krebsrisiko bedeutend senken. Denn Rauchen wirkt sich nicht nur risikoerhöhend auf Lungenkrebs, sondern auch auf eine Vielzahl anderer Krebsarten aus. Hierzu gehören vor allem Tumoren der Kopf-Hals-Region, Speiseröhrenkrebs, Magen- und Darmkrebs, Gallenblasenkrebs, Blasenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Vulvakarzinom, Harnleiterkarzinom, Nierenzellkrazinom sowie myeloische Leukämien.

UV-Strahlung ist eindeutig krebserzeugend

Dass UV-Strahlung das Hautkrebsrisiko erhöht, ist mittlerweile den meisten bekannt. Daneben steigt aber auch das Risiko an Augenkrebs zu erkranken. Sonnenstrahlung und Solarien werden mittlerweile als „eindeutig krebserzeugend“ eingestuft, denn die Zellschädigungen durch Sonnenbrand sind langfristig. Sterben die geschädigten Zellen nicht ab, kann sich Haut- oder Augenkrebs entwickeln.

Hormonersatztherapien wirken fördernd auf bestimmte Krebsarten

Für Frauen ist bedeutend, dass bestimmte Faktoren ihr Brustkrebsrisiko beeinflussen können. Neben dem Übergewicht spielen auch Hormone eine Rolle bei der Steuerung des Krebsrisikos. So wird heute davon ausgegangen, dass Stillen das Brustkrebsrisiko senkt. Dagegen wird von einer Hormonersatztherapie in den Wechseljahren abgeraten, wenn sich die Beschwerden anders lindern lassen oder nicht allzu belastend sind. Dies betrifft vor allem Präparate, die eine Östrogen- und Gestagenkombination enthalten.

Das Hormon Östrogen erhöht bei Frauen in den Wechseljahren zudem das Risiko für Gebärmutterschleimhautkrebs, weshalb dieses lediglich von Frauen ohne Gebärmutter verwendet werden sollte. Die „Pille“ zur Empfängnisverhütung geht mit risikosenkenden und -erhöhenden Wirkungen einher. So senken Präparate mit Östrogenen und Gestagenen das Risiko an Gebärmutter- und Eierstockkrebs zu erkranken. Demgegenüber steht ein gering erhöhtes Brustkrebs-, Zervixkarzinom- und Lebertumorrisiko.

Onkogene Viren: Schutzimpfungen wahrnehmen

Einige Krebsarten werden nachweislich durch Viren begünstigt. Als gesichert gilt dies für Hepatitis B und C, die langfristig bei Infizierten zu Leberkrebs führen können. Zudem können humane Papillomviren bei Frauen Gebärmutterhalskrebs begünstigen. Hier bieten die zur Verfügung stehenden Impfstoffe den besten Schutz. Daneben existieren aber weitere onkogen (krebsauslösend) wirkende Viren wie beispielsweise das Epstein-Barr-Virus (EBV), das humane Herpesvirus 8, humanen T-Zell-Leukämie-Viren, humane Immundefizienzvirus (HIV) oder das Merkelzell-Polyoma-Virus, gegen die es aber keine Schutzimpfung gibt. Einer Infektion kann hier bei einigen Viren lediglich durch entsprechenden Schutz beim Geschlechtsverkehr vorgebeugt werden.

Schadstoffe vermeiden

Risikoerhöhende Schadstoffe in Lebensmitteln oder Umweltgifte werden zumindest in Deutschland als untergeordnet betrachtet. Krebserzeugende Substanzen können aber am Arbeitsplatz eine Rolle spielen. Diese erhöhen das Krebsrisiko, wenn Sicherheitsvorschriften nicht beachtet werden oder Unfälle geschehen. Wenngleich in erster Linie der Arbeitgeber für den Schutz verantwortlich ist, sollten sich Arbeitnehmer gegebenenfalls ebenfalls ausreichend informieren.