Je eher Krebs erkannt und behandelt wird, desto größere Chancen hat der Patient, davon geheilt zu werden. Bei Männern führt der Lungenkrebs die Liste der Krebsarten an. An zweiter und dritter Stelle folgen Darm und Prostata-Krebs. Um das Risiko einer Erkrankung zu verringern, steht dem gesetzlich Krankenversicherten ein umfangreiches Krebs-Früherkennungsprogramm zur Verfügung.

Krebs Früherkennung bei Männern

Sie umfasst Vorsorge-Untersuchungen der Prostata, der Haut und des Darmes, da diese Krebsarten bei Männern am häufigsten vorkommen.

Prostata Vorsorge-Untersuchungen

Sie werden Männern ab dem 45. Lebensjahr angeboten und bei einem Facharzt für Urologie durchgeführt. Er untersucht Ihre äußeren Genitalien auf verdächtige Anzeichen wie beispielsweise Gewebe-Verhärtungen, Geschwüre, Ekzeme und Leberflecken.

Danach tastet er Ihre Prostata ab. Er führt seinen Zeigefinger vorsichtig in den Enddarm ein und betastet ihre Rückwand behutsam auf eventuelle krankhafte Veränderungen.

So lassen sich die für Prostata-Karzinome charakteristischen kleinen Verhärtungen sofort feststellen. Bei einem verdächtigen oder unklaren Befund ist noch eine Biopsie erforderlich. Dafür entnimmt der Urologe der Prostata eine kleine Gewebeprobe und lässt sie im Labor mikroskopisch untersuchen.
Bestandteil der Prostata-Krebs Früherkennung ist auch das Abtasten der Leisten-Lymphknoten.

Arzt bei Beratung eines Patienten
Ärztin untersucht mit Lupe Muttermal beim Patienten

Hautkrebs Früherkennung

Sind Sie über 35 Jahre alt, haben Sie alle 2 Jahre Anspruch auf eine kostenfreie Untersuchung Ihrer Haut. Der Hautarzt überprüft Ihre gesamte Hautoberfläche samt Kopfhaut und ist so imstande, erste Anzeichen von schwarzem Hautkrebs (malignem Melanom) und auch hellem Hautkrebs schon im Frühstadium zu erkennen.

Das maligne Melanom, tritt bei Männern überwiegend am Rücken auf. Da dieser Hautkrebs schon in geringer Größe metastasiert, sollten Sie die Vorsorge-Untersuchung unbedingt wahrnehmen.

Außerdem empfiehlt es sich, die eigene Haut regelmäßig selbst zu kontrollieren. Das kann auch eine dritte Person machen. Sie achten dabei auf wachsende und sich dabei schwärzlich verfärbende Leberflecken.

Darmkrebs Früherkennung

Männer zwischen 50 und 55 Jahren haben Anspruch auf eine Dickdarmkrebs Vorsorge-Untersuchung pro Jahr. Die Krebs-Früherkennung wird von einem Gastroenterologen in seiner Praxis oder in der betreffenden Klinik-Fachabteilung vorgenommen.

Der Spezialist für Magen-Darm-Erkrankungen tastet die unteren Abschnitte Ihres Darmes vom Anus her vorsichtig auf verdächtige Verhärtungen ab. Enddarm-Karzinome sind so schon im Anfangsstadium feststellbar.

Alternativ dazu können Sie einmal jährlich Ihren Stuhl auf unsichtbare Blutbeimengungen überprüfen lassen. Den Okkult-Bluttest können Sie zuhause selbst machen: Sie bestreichen an drei aufeinander folgenden Tagen je einen Papierstreifen mit ein wenig Stuhl und geben die Stuhlproben dann ab.

Männer über 55 haben die Wahl zwischen diesem Haemoccult-Test und einer Darmspiegelung (Koloskopie), die dann alle 10 Jahre wiederholt wird. Bei ihr wird der gesamte Dickdarm mit einem etwa fingerdicken flexiblen Schlauch untersucht.

Der Gastroenterologe bläst Luft in den Darm und untersucht die Darmschleimhaut auf eventuell vorhandene Adenome. Sie können mit der im Schlauch befindlichen Mini-Zange schnell und schmerzlos entfernt werden. An für ihn verdächtigen Stellen entnimmt er Gewebeproben und lässt sie im Labor auf bösartige Krebszellen untersuchen.

Die Darmspiegelung dauert etwa 30 Minuten und kann – falls Ihnen das gesamte Prozedere unangenehm sein sollte – auch nach Verabreichung eines Schlafmittels durchgeführt werden. Sie befinden sich dann im Dämmerschlaf und können die Untersuchung angstfrei und entspannt über sich ergehen lassen.

Übrigens: Der immunologische Stuhltest und die kleine Darmspiegelung werden nicht erstattet.