Bei rund der Hälfte aller Deutschen wird im Laufe des Lebens Krebs diagnostiziert. Bei Männern liegt das Risiko, an diesem Leiden zu erkranken, bei circa 51 Prozent. Damit ist es wesentlich höher als bei Frauen, von denen etwa 43 Prozent betroffen sind. Zu den häufigsten Krebsursachen beim Mann zählen der Prostatakrebs, der Lungenkrebs und der Darmkrebs.

Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

Studien zufolge ist Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Die Zahl der Neuerkrankungen liegt derzeit bei circa 67.000 pro Jahr. Im Durchschnitt sind die Betroffenen bei der Diagnosestellung 70 Jahre alt. Vor dem 50. Lebensjahr ist das Prostatakarzinom hingegen kaum anzutreffen.

Meist entsteht dieser bösartige Tumor an den äußeren Prostatadrüsen. Von dort aus wächst er langsam weiter und kann Metastasen in Knochen und Lymphknoten hervorrufen. Im Frühstadium verursacht der Prostatakrebs oftmals überhaupt keine Beschwerden. Fortgeschrittene Tumoren können sich unter anderem durch Probleme beim Wasserlassen, vermehrte Harndrang, Schwierigkeiten bei der Darmentleerung und Schmerzen in der Prostata bemerkbar machen.

Wird Prostatakrebs rechtzeitig erkannt, bestehen gute Heilungschancen. In Deutschland kann jeder Mann ab 45 Jahren einmal jährlich die von den gesetzlichen Krankenkassen angebotene Früherkennungs-Untersuchung in Anspruch nehmen. Diese ermöglicht es, ein eventuell vorliegendes Prostatakarzinom frühzeitig zu entdecken und zu therapieren.

Blaues Schild mit Prostatakrebs
Lunge aus Zigarettenkippen

Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

Fast 30.000 Männer sterben pro Jahr an Lungenkrebs, nahezu doppelt so viele wie Frauen. Damit ist das Bronchialkarzinom die häufigste Krebstodesursache bei den Herren. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei über 65 Jahren, während nur etwa fünf Prozent der Patienten jünger als 40 Jahre sind.

Beim Lungenkrebs kommt es zu einem unkontrollierten Wachstum entarteter Zellen des Lungengewebes. Die Krebszellen verdrängen zunehmend das gesunde Gewebe in der Lunge und können sich über Blut- und Lymphbahnen auch in anderen Organen verbreiten. Solche Ansiedlungen werden als Lungenkrebs-Metastasen bezeichnet.

Eine frühzeitige Erkennung des Bronchialkarzinoms verbessert deutlich die Therapiemöglichkeiten und die Heilungschancen. Bisher gibt es jedoch keine für die breiten Massen geeignete Früherkennungsuntersuchung. Weder das regelmäßige Röntgen, noch die Untersuchung von abgehustetem Bronchialsekret haben sich als zuverlässig erwiesen. Um Lungenkrebs vorzubeugen, bleibt daher nur die Vermeidung bekannter Risikofaktoren wie Tabakkonsum oder das Einatmen anderer krebserregender Substanzen.

Darmkrebs (Kolonkarzinom, Rektumkarzinom)

Darmkrebs ist in Deutschland die dritthäufigste Tumorerkrankung bei Männern. Sie erkranken nicht nur wesentlich häufiger als Frauen, sondern im Durchschnitt auch sechs Jahre früher. Die meisten Darmkrebsdiagnosen werden bei über 70-Jährigen erstellt, nur etwa 10 Prozent vor dem 55. Lebensjahr.

Der Begriff Darmkrebs hat sich vor allem für Tumoren etabliert, die sich im Dickdarm oder im Enddarm ausbreiten. Krebs kann jedoch auch in anderen Darmabschnitten entstehen. Allerdings sind beispielsweise bösartige Geschwulste im Dünndarm eher selten. Ausgangspunkt für die meisten Darmtumoren ist das Drüsengewebe der Schleimhaut, die das Darminnere auskleidet (Adenokarzinome).

Um Darmkrebs rechtzeitig erkennen und behandeln zu können, bieten gesetzliche Krankenkassen für Menschen ab einem Alter von 50 Jahren einmal jährlich im Rahmen der Krebsfrüherkennung einen Test auf Blut im Stuhl an. Wer mindestens 55 Jahre alt ist, hat alle 10 Jahre Anspruch auf eine Darmspiegelung.

Darstellung des Magen-Darm-Trakts

Weitere Krebsarten bei Männern

Ebenfalls verhältnismäßig häufig bei Männern sind Tumoren in der Harnblase, Melanome und das Non-Hodgkin-Lymphom (NHL). Eher selten ist hingegen der Hodenkrebs mit circa 4.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Allerdings hat hier die Häufigkeit in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. Die Ursachen für diese Erkrankung sind bislang noch weitgehend ungeklärt. Zu den bekannten Risikofaktoren gehören die genetische Veranlagung sowie ein zu spät behandelter Hodenhochstand.