In jedem Jahr erkranken in Deutschland etwa 173.000 Frauen an Krebs, die meisten davon an Brustkrebs. Neben dieser Krankheit, die vereinzelt auch bei Männern auftritt, gibt es einige Krebsformen, die aus anatomischen Gründen ausschließlich das weibliche Geschlecht betreffen. Diese und der Brustkrebs sollen hier näher vorgestellt werden.

Brustkrebs (Mammakarzinom)

Jährlich erhalten mehr als 71.000 Frauen in Deutschland die Diagnose Brustkrebs. Etwa die Hälfte davon ist zum Zeitpunkt der Diagnose jünger als 65 Jahre, circa jede zehnte sogar jünger als 45.

Brustkrebs entsteht in der Brustdüse. Die Zellen des Drüsengewebes verändern sich grundlegend und wachsen unkontrolliert in das umliegende Gewebe ein. Betroffen sind entweder die Zellen innerhalb eines Milchgangs (duktal) oder im Bereich eines Drüsenläppchens (lobulär). Wird die Geschwulst größer, lässt sie sich als Knoten ertasten. Über das Lymph- und Blutgefäßsystem können bösartige Zellen auswandern und Tochtergeschwülste in anderen Organen bilden.

Frühzeitig erkannt, ist das Mammakarzinom mit großer Wahrscheinlichkeit heilbar. Frauen ab dem 30. Lebensjahr können einmal jährlich eine kostenlose Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen. Für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren bieten die gesetzlichen Krankenkassen außerdem alle zwei Jahre ein Mammographie-Screening an.

Frühzeitig erkannt, ist das Mammakarzinom mit großer Wahrscheinlichkeit heilbar.

Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)

Der Eierstockkrebs zählt zu den zweithäufigsten bösartigen Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane, die mit einer hohen Mortalität einhergeht. Jährlich gibt es circa 9.000 neue Fälle. Obwohl diese Krebsform bei Frauen unter 50 Jahren nur selten diagnostiziert wird, kann sie auch bei sehr jungen Mädchen oder Frauen auftreten. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich in den Eierstöcken ein Karzinom entwickelt, ist mit circa 62 Jahren am höchsten.

Eierstockkrebs ist vor allem deshalb so gefährlich, weil er meist erst spät entdeckt wird. Eine effektive Früherkennungsuntersuchung gibt es derzeit nicht. Erst im fortgeschrittenen Stadium lässt sich die Geschwulst durch eine gynäkologische Tastuntersuchung entdecken. Auch hier bietet sich für Frauen die Möglichkeit, die Ultraschalluntersuchung durch die Scheide als Selbstzahlerin in Anspruch zu nehmen.

Gebärmutterkörperkrebs (Corpuskarzinom)

Diese Erkrankung wird in Deutschland jährlich bei etwa 11.000 Frauen entdeckt. Fast immer handelt es sich hierbei um Karzinome der Gebärmutterschleimhaut. Deutlich seltener sind Tumoren, die sich in der darunter liegenden Muskelschicht ausbilden.

In drei von vier Fällen treten Neuerkrankungen nach den Wechseljahren auf. Das Durchschnittsalter der betroffenen Frauen liegt bei circa 69 Jahren. Das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmendem Alter noch weiter an.

So lange der Gebärmutterkörperkrebs rechtzeitig erkannt wird, hat er eine relativ gute Prognose. Bei einer regulären Früherkennungsuntersuchung ist er jedoch nur schwer festzustellen. Frauen, die auf Nummer sicher gehen möchten, können auf eigene Kosten eine Ultraschalluntersuchung durch die Scheide durchführen lassen. Diese macht ein Corpuskarzinom meist schon erkennbar, bevor andere Anzeichen darauf hinweisen.

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)

An Gebärmutterhalskrebs erkranken deutschlandweit knapp 5.500 Frauen pro Jahr. Die bösartigen Geschwulste des Gebärmutterhalses können sich in unterschiedlichsten Bereichen des Organs herausbilden.

Der häufigste Entstehungsort ist die sogenannte Transformationszone, in welcher das Plattenepithel des Muttermundes und das Zylinderepithel des Gebärmutterhalses zusammentreffen. Die dort entstehenden Tumoren werden als Plattenepithelkarzinome bezeichnen. Entsteht der Tumor hingegen im Drüsengewebe, ist von einem Adenokarzinom die Rede.

Die Vorstufen des Zervixkarzinoms können durch einen Abstrich identifiziert werden. Diese Früherkennungsuntersuchung wird für Frauen ab dem 20. Lebensjahr einmal pro Jahr kostenlos angeboten.

Weitere häufige Krebsarten bei Frauen

Neben diesen speziellen Frauenkrebsleiden gibt es noch weitere Krebserkrankungen, unter denen überwiegend Frauen leiden. Dazu gehören beispielsweise der Schilddrüsenkrebs und der Harnblasenkrebs. Ebenfalls häufig sind der Lungenkrebs, der Darmkrebs, das Melanom und das Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) anzutreffen, wobei hier die Erkrankungszahlen bei Männern und Frauen etwa gleich sind.